Wohlfühlen – Wohlfühlgewicht

Das Gewicht – immer wieder Thema. Die einen sind zu dünn, die anderen zu dick, ganz wenige sind genau richtig bzw. fühlen sich genau richtig. Locker bleiben, sich selbst so akzeptieren wie man nun einmal ist, hört sich gut an, fällt aber verdammt schwer und jeder hat so die Tage und Momente, wo er sich einfach nicht richtig findet bzw. nicht weiß , was der richtige Weg zum Wohlfühlen ist. Auch mir geht es so. An manchen Tagen bin ich rundum zufrieden und an manchen Tagen findet ich, dass sogar eine Nylonstrumpfhose zu sehr aufträgt. Und nach einer langen Wohlfühlphase habe ich es ab Sommer 2017 geschafft, mich in eine körperliche Nichtwohlfühlpase zu bringen und arbeite jetzt daran, mich wieder auf ein mir angenehmes Wettkampfgewicht zu bringen.

Als Kind macht man sich über all diese Dinge noch keinen Kopf, zumindest war das bei mir so. Ich war viel draußen, habe viel Sport gemacht und gerne und „normal“ viel gegessen. Das erste Mal über mein Gewicht nachgedacht habe ich in der Pubertät, als die Formen weiblicher wurden und ich feststellte, nicht die schönen und schlanken Beine zu haben, die meine Mutter wohl nur meiner Schwester vererbt hat. Passenderweise habe ich auch ein Hinterteil abbekommen, dass zu meinen Beinen passt und so war ich oft recht unglücklich, da zu enge Hosen etwas von Presswurst hatten bei mir und mir zusätzlich am Bauch viel zu weit waren, da die Taille sehr schlank war. Bloß habe ich damals noch nicht kapiert, dass das gar nicht häßlich ist. Aber ich habe mich nie zu dick gefühlt, ich fand die Figur nur einfach häufiger blöd, sie war einfach nur sehr weiblich, aber als Teenager will man ja häufig nicht unbedingt auffallen und fand bestimmte Körperteile eben nicht besonders hübsch. Dabei hätte mir einfach nur mal jemand die Augen öffnen müssen und mir sagen können, wie toll so ein Sixpack ist und dass es auch nicht unsexy ist, wenn man gut definierte Armmuskeln hat, aber hinterher ist man immer schlauer und meine Mädels bekommen von mir oft zu hören, wie schön ihre muskulösen Arme aussehen. Irgendwann hatte ich mich dann mit meinem Körper angefreundet und hatte das auch ganz gut im Griff, die schönen Stellen mit der richtigen Kleidung hervorzuheben. Sprüche wie „Guck mal, was die für einen dicken Hintern hat“ gehen mir mittlerweile auch am selbigen vorbei, es gibt Wichtigeres im Leben.

Meine beiden Schwangerschaften genoss ich richtig, ich fand meinen Körper und was mit ihm passierte richtig toll, zumal ich nach der ersten Schwangerschaft schnell wieder zur alten Form zurück fand. Nach der Geburt meiner zweiten Tochter dauerte es schon länger, wurde aber durch die Hochzeit 2014 beschleunigt. Allerdings kam ich nie wieder dorthin, wo ich vor der Geburt meiner ältesten Tochter war. Sportlich bin ich die ganze Zeit sehr aktiv gewesen und fühle mich auch richtig gut, wenn man von kleineren Wehwehchen absieht.

Der Sport hat mir all die Jahre geholfen, mich wohl zu fühlen und kleinere Gewichtsschwankungen scheinen bei mir dazu zu gehören, sie spiegeln eben auch manchmal eine gewisse Dysbalance wieder und das ist vermutlich der Punkt, an dem ich und höchstwahrscheinlich auch andere ansetzen sollten und keine rigorose Gewichts- und Kalorienkontrolle. Wenn überhaupt Kontrolle, dann eher in Form von „was war heute gut“ oder „warum ging es heute nicht so gut und warum musste es das Stück Schokolade sein zum Trost“. Das ist nichts Neues, aber es hilft, sich dies immer wieder vor Augen zu führen und sich diese fünf Minuten am Ende des Tages zu nehmen und den Tag Revue passieren zu lassen und wie man sich mit diesem Tag gefühlt hat. Das betrifft jetzt nicht nur das Körpergefühl, sondern auch andere Lebensbereiche,aber bei mir hat ein gutes Körpergefühl viel mit Wohlfühlen zu tun. Somit hat auch der Sport viel damit zu tun und so hilft er mir,ein Wohlfühlgewicht zu bekommen und zu halten. Auf diesem Wege finde ich die Balance wieder.

Es geht also nicht nur ums Wohlfühlgewicht, sondern ums Wohlfühlen.

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