Fahrrad vor Acker mit Waldrand

Kein Schwimmen, kein Laufen, nur Radfahren?

Seit meinem nicht ganz so erfreulichen Marathonerlebnis in Münster im vergangenen September mache ich eine Sache regelmäßig und, soviel kann ich verraten, es ist nicht Laufen. Im Gegenteil, hauptsächlich jammere ich, dass ich nicht laufen kann, weil mir neuerdings – okay, seit ein paar Monaten – das rechte Knie weh tut, zusätzlich zu den Schmerzen im linken Fuß. Das nervt! Und am allermeisten nervt mich, dass ich irgendwie die Kurve nicht bekomme.

82 Laufkilometer stehen in meinem Trainingstagebuch für 2020 bislang – sehr mager! Dabei hatte ich einige Ziele: ich hatte mich zum ersten Mal für den Venloop Halbmarathon angemeldet, am 26.04.2020 war der Bonn Marathon geplant, um die Schmach von Münster vergessen zu lassen, dann stand noch der Volkslauf auf Emst an und der Hamburger Nachtlauf. Es fing ja ganz gut mit dem Neujahrslauf am Phönixsee an, aber dann immer mal wieder Schmerzen, Unterbrechungen und jede Menge Mimimi. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon innerlich alle Läufe abgemeldet. Der Besuch beim Orthopäden brachte zumindest in soweit Klarheit, dass die Bänder und Sehnen in Ordnung sind und der Verschleiß auch nicht besonders groß ist, was ich beruhigend finde. Es gab Einlagen und eine weitere Laufpause. Die ersten Läufe nach der Laufpause gingen dann auch ganz gut, aber dann kamen die Schmerzen zurück. Leider waren zu diesem Zeitpunkt die Schwimmbäder schon geschlossen, Schwimmen ist ja ansonsten meine Antwort auf Laufprobleme. Was also tun?

Radfahren als Alternativausdauersport

Radfahren! Jahrelang von mir eher stiefmütterlich behandelt, fiel mir ein, dass ich es mal wieder versuchen könnte, vielleicht würde es ja ohne Schmerzen funktionieren. Und genau so ist es, es geht! Und, was noch besser ist, es ist mir eingefallen, dass ich mich total gerne die Berge hier hochquäle, zwar langsam, aber das kenne ich ja zum Glück vom Laufen, aber ich mag es, diese geile Gefühl, so einen Hügel hinauf gekommen zu sein, ohne abzusteigen.

Mittlerweile wurden alle von mir geplanten Läufe abgesagt bzw. verschoben und ich habe mich dann gleich für den Deutsche Post Marathon in Bonn für 2021 angemeldet und nicht für den Ersatztermin in diesem Herbst. Vor fünf Wochen, am 25.3.2020, bin ich das letzte Mal gelaufen und doch habe ich mich entschieden, für einen weiteren Marathon zu trainieren. Angemeldet bin ich dank Corona ja schon, dann kann ich es auch angehen.

Ich habe jetzt ein Jahr Zeit, wieder fit zu werden. Radfahren wird jetzt erst einmal die von mir favorisierte Sportart werden, begleitet von Krafttraining, Spaziergängen und ganz vorsichtigem Lauftraining. Der Termin steht, den Weg dorthin zu schaffen, ist das erste Etappenziel.

Kleine Ziele

Wie habe ich bislang am besten meine Ziele erreicht? So wie es in in den meisten Ratgebern zu dem Thema Ziele erreichen steht. Ich habe das große Ziel in mehrere kleine Unterziele aufgesplittet und konsequent jeden Tag eine kleine Einheit dorthin absolviert. So lerne ich Sprachen und so arbeite ich beruflich große Projekte ab und so werde ich es auch jetzt machen. Natürlich hätte ich jetzt Lust, einfach loszulaufen und mich für irgendeinen Lauf anzumelden, frei nach dem Motto „wird schon irgendwie gehen“. Das kann funktionieren, bei mir dieses Mal aber nicht, dafür bin ich zu alt, zu dick und einfach momentan nicht fit genug. Also geht es den vernünftigen Weg der kleinen Schritte, auf das ich wieder dorthin komme, wo das Laufen Spaß macht und ich dann doch die etwas größeren, in meinem Hinterkopf versteckten Ziele, verwirklichen kann.

Der Deutsche Post Marathon Bonn findet am 18.04.2021 statt, es sind noch 51 Trainingswochen bis dahin oder noch fast ein Jahr bzw. 356 Tage. Es ist also höchste Zeit mit dem Training zu beginnen und dies auch zu dokumentieren. Eine Trainingsdokumentation wird mir dabei helfen, mir selbst vor Augen zu führen, ob ich wirklich genug tue und mich so auch motivieren, damit weiter zu machen. Über Kommentare, Tipps und Hinweise freue ich mich natürlich. Zwischendurch schaue ich auch, wie ich vorankomme und was ich verbessern kann. Das erste Ziel ist, wieder eine gewisse Fitness zu erreichen und langsam mit dem Laufen zu beginnen. Parallel werde ich weiter an meiner Ernährung arbeiten und die in den letzten zwei Jahren angefressenen Kilos wieder loswerden. Aus der Erinnerung weiß ich, dass ich es leichter ist, leichter zu laufen. Wenn das dann funktioniert, geht es an die längeren Distanzen. Aber erst einmal einen Schritt nach dem anderen…

Schnecke bleibt Schnecke, kommt aber ans Ziel.

2 Gedanken zu “Kein Schwimmen, kein Laufen, nur Radfahren?

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