Lauf-Comeback nach Meniskus-OP Woche 1

Nachdem ich mich von meinem Ziel, im nächsten Jahr beim Marathon in Düsseldorf mitzulaufen, verabschiedet habe und zwar nicht aufgrund von Corona, sondern aufgrund eines Meniskusrisses am rechten Knie, ist es Zeit für ein neues Ziel. Dieses Mal ist es ein kleines, aber auch irgendwie ein großes Ziel. Ich möchte nach der anstehenden Arthroskopie wieder fit fürs Laufen werden. Klar, das haben schon ganz viele andere vor mir geschafft und der Arzt hat auch gesagt, dass es machbar ist, aber es wird vermutlich erst einmal ein wenig dauern, bis ich wieder dahin komme. Zum einen bin ich wirklich schon einige Zeit nicht gelaufen und davor auch nicht wirklich viel, da ein Problemchen das nächste ablöste. Zum anderen ist das Mehr an Gewicht nicht so richtig förderlich beim Laufen. Ich wiege satte 10 kg mehr als bei meinem ersten und bislang einzigen Marathon! Das ist für mich satt zuviel und wird auf lange Sicht einem entspannten und schmerzfreiem Laufen nicht besonders zuträglich sein. Die letzten Monate habe ich zum Glück schon etwas abgenommen und es gelingt mir immer häufiger, die Frustfresserei zu erkennen und gegenzusteuern, wenn sie beginnt und wieder auf ein normales Maß zu kommen. Hier weiter dran zu arbeiten, wird in den nächsten Monaten einer meiner zwei Schwerpunkte, um wieder ans Laufen zu kommen und um mich wieder wohl in meiner Haut zu fühlen. Mein zweiter Schwerpunkt wird natürlich Bewegung sein, Sport möchte ich das jetzt noch nicht nennen. Es werden kleine Schritte sein. Und ich nehme Euch mit, es wird regelmäßig einmal pro Woche ein Update geben. Vielleicht ist ja die eine oder der andere in einer ähnlichen Situation und findet es motivierend oder interessant, über dieses Thema zu lesen.

Sonntag, 23.08.2020

Bevor morgen die Arthroskopie durchgeführt wird, bin ich heute noch einmal mit einer Freundin schwimmen gegangen, wie schon häufiger in den letzten Wochen. Ich habe es noch einmal richtig genossen, im Freibad zu sein, denn bald startet die Hallenbadsaison wieder und es wird vermutlich ein paar Wochen dauern, bis ich das erste Mal wieder schwimmen darf. Es sind langsame 1000 m geworden, aber es ging heute ja nicht darum, das Jahresziel zu erreichen. Das Schöne ist ja auch, am Ende der Schwimmeinheit noch ein wenig mit meiner Freundin zu quatschen, denn so häufig sehen wir uns ja auch nicht.

Heidebad in Iserlohn

Montag, 24.08.2020

Mein Mann war so nett, mich morgens nach Lüdenscheid in die Sportklinik Hellersen zu bringen, wo ich dann recht zügig operiert wurde. Natürlich war es wie vor einem Wettkampf – ich musste gefühlt vorher dreiundzwanzig Mal zur Toilette. Nach der OP durfte ich frühstücken und mich anziehen, um mit den Gehhilfen einmal über den Flur zu laufen. Der Arzt, der mich operiert hat, war auch noch bei mir, um mir zu sagen, dass es ein komplexer, eingeschlagener Lappenriss am Innenmeniskus-Hinterhorn war und zusätzlich noch eine Plicaresektion vorgenommen wurde. Zum Glück habe ich den Arztbrief mitbekommen, denn so richtig hätte ich mir das kurz nach der Vollnarkose dann doch nicht merken können. Mein Mann hat mich dann wieder nach Hause verfrachtet, wo ich den Großteil des Montags dann auf der Couch verbracht habe und mich erholt habe und von der Familie bestens mit Kühl-Kompressen versorgt wurde. O-Ton meiner kleiner Tochter: „Jetzt müssen wir Mama ja ständig Tee kochen.“ Das haben sie aber gut hinbekommen.

Dienstag, 25.08.2020

Am Dienstag ging es zur Wundkontrolle zu meinem Hausarzt. Das Knie ist doch etwas stark angeschwollen, aber es ist nicht warm und schmerzt auch nicht übermäßig und das Laufen mit den Gehhilfen funktioniert gut. Zuhause brauche ich nur eine und ich habe vormittags und nachmittags schon ein paar Übungen zur Mobilisierung gemacht, so wie man es mir am Montag nach der OP aufgetragen hatte.

Am ersten Tag der OP noch mit Gehhilfe und in Jogginghose

Freitag, 28.08.2020

Nachdem ich die letzten beiden Tage hauptsächlich damit verbracht habe, mein Bein zu kühlen und zuhause herum zu laufen, ging es dann am Freitag zum zweiten Kontrolltermin zum Arzt. Ich benötigte schon keine Gehhilfen mehr und das Knie hat mir auch den Gefallen getan abzuschwellen, so dass die Kniescheibe wieder erkennbar war und eine 90° Beugung möglich ist. Am Nachmittag habe ich dann meinen ersten kleinen Spaziergang gemacht und bin zu Fuß zu Kaufland gegangen, um ein Päckchen zur Post zu bringen. Es sind bekanntlich die kleinen Dinge, die viel Freude bringen und darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut! Danach habe ich das Bein wieder hoch gelegt und gekühlt, der gute Zustand soll ja anhalten.

Erster Spaziergang ohne Gehhilfen

Beim Durchscrollen auf Strava habe ich dann noch die perfekten Herausforderungen für den September für mich gefunden: 15 Stunden insgesamt spazieren zu gehen und 4 Mal pro Woche Krafttraining, d.h. ich habe schon einmal ein festes Ziel!

In puncto Ernährung lief es in dieser Woche auch okay (ich habe immerhin nicht zugenommen und der Weg zum Kühlschrank war viel beschwerlicher als sonst). Ich habe damit begonnen, wieder häufiger Müsli als Mittagessen zu essen. Es ist lecker und macht lange satt. Meist bereite ich es mir aus Haferflocken, gehackten Haselnüssen, Früchten (momentan gerne Brombeeren und Melone), ein wenig Agavendicksaft und Joghurt aus Soja zu.

Fazit:

Da ich zugegebener Maßen doch ein wenig Angst vor der OP hatte, bin ich sehr zufrieden, wie es bislang gelaufen ist. Ich konnte die Gehhilfen recht zügig in die Ecke stellen (meine kleine Tochter hat sie jetzt als Turngerät entdeckt) und die Schmerzen halten sich auch in Grenzen. Wenn es gut läuft, kann ich in fünf Wochen wieder mit dem Schwimmen anfangen und bald schon mit leichten Fahrradübungen. Ein kleines Trainingsziel habe ich mit der Spaziergeh- und Krafttrainings-Challenge auch und durch die Bewegung werde ich bestimmt auch dem Abnehmziel näher kommen.

4 Gedanken zu “Lauf-Comeback nach Meniskus-OP Woche 1

  1. Markus Maier schreibt:

    Das klingt doch schon mal ganz gut. Dann wünsche ich Dir viel Geduld und vor allem die Kraft, alles so langsam anzugehen, wie es für den weiteren Heilungsprozess erforderlich ist. Und 2022 soll es ja angeblich auch noch Marathonläufe geben 🙂

    Sport frei aus Leipzig!

    Markus

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